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Personal-Änderungen bei den größeren Glücksspiel-Anbietern

Date: 2008-05-14
Author: Nick L.

TDie Glücksspiel-Branche hat in den letzten 16 Monaten in den Bereichen Umsatz und Personal eine ziemlich chaotische Zeit durchgemacht.  Die Liste der öffentlich gehandelten Unternehmen, die von solchen Problemen berichten, beinhaltet so ziemlich die wichtigsten Spiel-Anbieter der Branche, online und live: Svenska Spel, Magna Entertainment, Youbet.com, Boss Media und World Poker Tour Enterprises berichten alle größere Veränderungen in ihrem exekutiven Management und/oder finanzielle Schwierigkeiten in den letzten anderthalb Jahren.  
 
Das Unternehmen World Poker Tour Enterprises (WPTE) hat seine hochkarätigen live WPT Events eingeführt, die schnell zu den prestigereichsten Turnieren nach der World Series of Poker wurden. Seit ihrem Debut im Jahre 2002 ist die WPT – und ganz besonders die WPT Fernsehausstrahlungen  –  für einige der erfolgreichsten Shows im einfachen Kabelfernsehen verantwortlich und hat den meteorischen Anstieg der WPTE mit verursacht.  Allerdings berichtet die WPTE  im Moment von einem 2,8 Millionen Dollar Verlust im ersten Quartal 2008, nachdem die Fernsehausstrahlungen der WPT-Turniere vom Travel Channel auf das Game Show Netzwerk um verlegt wurden.  Das führte zu einen 0.14$ Verlust pro Aktie für die Teilhaber.
 
Während das WPTE im Moment den Anschein macht, sich mit den kommenden WPT-Turnieren und Fernseh-Ausstrahlungen erholen zu wollen, ist die Situation für das Online Sports-Book Magna Entertainment wesentlich ernster. In einem Quartal dass ohne Frage das belebteste für die Sport-Wetten Branche ist (Super Bowl im Februar und das Kentucky Derby im Mai die den Löwenanteil der jährlichen Einnahmen darstellen), hat Magna ein Defizit von 46,5 Millionen Dollar bekannt gegeben. Dadurch fiel der NASDAQ Listenwert von Magna Entertainment unter die Minimalgrenze von 1 Dollar auf  0,40$ und führte zu einer Warnung der New Yorker Börse an Magna – entweder sie erhöhen den Aktienwert wieder auf über 1.00$ bis zum 11. August, oder sie werden von der Liste gestrichen.  Magna hat nun aufeinander folgende jährliche Verluste von 105,3 Millionen, 87,4 Millionen, und 113,8 Millionen für die Jahre 2005, 2006 und 2007  bekannt gegeben.  

Alles zusammen gerechnet hat Magna Entertainment also ein Defizit von 556,6 Millionen Dollar und zusätzliche Schulden von 220$ Million die im nächsten Jahr erwartet werden.  Chairman und Interim Vorstandsvorsitzender Frank Stronach hat folgende Mitteilung über Magnas Situation herausgegeben:

„Wir sind sehr von unseren Ergebnissen im letzten Quartal enttäuscht.  Einiges davon kann man mit  schlechtem Wetter und mangelndem Wasserablauf auf dem Santa Anita Park Track erklären, Dingen jenseits unserer Kontrolle, und anderen sind kurz-zeitige Unterbrechungen aufgrund der Konstruktion unseres Gulfstream Park Joint Venture mit Forest City. Ich bin weiterhin fest entschlossen, an dem bereits veröffentlichten Schulden-Eliminierungsplan fast zu halten und dafür zu sorgen dass die Einnahmen wieder ansteigen.  Ich bin weiterhin optimistisch bezüglich der längerfristigen Aussicht für MEC.“

Sports-Book Rivale Youbet.com berichtet außerdem von Einnahme-Einbrüchen in letzter Zeit. Laut offizieller Angaben sind die Netto-Profite im ersten Quartal um 51,2%  im Vergleich zum ersten Quartal 2007 gesunken.  Youbet kämpft mit den Konsequenzen eines desaströsen Systemfehlers der United Tote Tochterfirma, durch die der Aktienwert von 1,16 $ auf das NASDAQ Minimum von einem Dollar gesunken ist.

Im Großen und Ganzen hat die Branche im Vergleich zum letzten Jahr nicht besonders gut abgeschnitten.  Vor allen Dingen das Kentucky Derby Wochenende verlief schwach. Vieles davon wird auf den Konflikt zwischen Churchill Downs und der Kentucky Horsemen’s Benevolent and Protective Association zurückgeführt, sowie auf die wirtschaftliche Krise auf dem US Markt.

Die Top-Manager zwei der größten Gücksspiel-Anbieter haben in den letzten Wochen ihren Rücktritt angekündigt.  Nachdem Boss Media durch das von GTECH kontrollierte  GEMed aufgekauft wurde, hat Boss Media Vorstandsvorsitzender Michael Hallen seinen Rücktritt während der ersten Quartals-Überprüfung das Unternehmens bekannt gegeben.  Die Trennung scheint freundschaftlich abgelaufen zu sein, denn Boss Media Vorstandsdirektor sagte folgendes zur Presse: 

„Michael war eine großartige Führungskraft und ist für viele Errungenschaften bei Boss Media verantwortlich. Es fällt uns nicht leicht, ihn gehen zu sehen.“ 

Hallen wurde von GTECHs New Media und Sports Betting Divisionsleiter Rahul Parekh ersetzt, der vorhat das enorme Wachstum des Besitzers von Paradise Poker in Asien durch einen Schwerpunkt in der Eroberung des indischen und chinesischen Marktes zu stärken. (Diese bilden ca. 45% der Weltbevölkerung).
 
Zum Schluss hat Svenska Spel dem Druck internationaler Glücksspiel Konglomerate und der Europäischen Union nachgegeben, und ein neues Führungsteam eingesetzt.  Die Top-Manager Annica Axelsson, Mathias Hedlund und der Vorsitzende Jesper Kärrbrink haben den schwächelnden schwedischen Spiel-Monopolisten verlassen, und als Grund ethische Differenzen über die Richtung in die das Unternehmen gelenkt wird genannt.


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