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Bonuswhores Poker-Artikel

Poker-Artikel


Pokerspielen als Wettbewerb

Date: 2006-09-01
Author: DT

Die meisten talentierten Pokerspieler die ich kenne, haben vieles gemeinsam. Es gibt allerdings eine Eigenschaft die sie alle gemeinsam haben: Sie sind durchweg ehrgeizig und suchen den Wettbewerb. Der Wettkampf ist eine grundsätzliche menschliche Eigenschaft die man überall auf der Welt finden kann. Menschen haben das Bedürfnis sich miteinander zu messen, ihre Fähigkeiten und Kraft gegenüber den Anderen aus festzustellen. Ich glaube dass die Wurzel dieses Verhaltens dem menschlichen Drang zu wachsen und zu lernen zu verdanken ist. Der Vergleich mit Anderen motiviert einen, besser zu werden. Poker ist ein großartiges Beispiel für ein Spiel das steht Raum für Verbesserung bietet. Es gibt immer jemanden der besser ist als Sie. Ich bin mit Sport aufgewachsen und hatte den Drang zu gewinnen schon im Kindesalter. Verlieren hat mich schon damals total fertig gemacht und ich habe immer alles versucht damit ich das nicht noch einmal durchmachen müsste.

Als ich den Sportwettkampf aufgab, stand ich plötzlich vor einer Leere die ich nicht füllen konnte. Erst als ich durch einen Freund zum Pokern kam, sah ich eine Alternative. Ich begann hier und dort mal ein bisschen Poker zu spielen, immer nur zum Spaß, und realisierte zunächst gar nicht, wie viel Können und Strategie in dem Spiel steckt. Erst als mein Freund mir ein paar Bücher zu lesen gab und mir zeigte, wo man im Internet spielen konnte, entdeckte es so richtig. Ich war sofort gefesselt und mein Wettbewerbsgeist aufs Neue entfacht. Ich spürte den Adrenalinrausch wenn ich zwei Asse in der Hand hielt, und die Kopfschmerzen, die mir die Tricks der anderen Spieler bereiteten, wenn sie mich in eine Fallen gelockt oder überlistet hatten. Ich maß meine Fähigkeiten und meinen Intellekt mit denen der Anderen und begann dabei auch ein wenig Geld zu verdienen. Ich hatte mich in das Spiel verliebt und es war zu einem wichtigen Teil meines Lebens geworden.

Diese frühen Tage waren einige der Besten für mich. Sobald ich von der Arbeit kam, loggte ich mich ein um Gratisspiele zu spielen. Das tat ich monatelang. Dann las ich ein Lee Jones Buch und begann bei geringen Limits von $0.01/$0.02 Hold’em zu spielen. Ich loggte alle meine Ergebnisse in ein Notizbuch und freute mich über noch so kleine Gewinne. Ich war im Wettbewerb, ich war am Gewinnen, ich war dabei immer besser zu werden. Aber all das würde sich bald ändern.

Drei Jahre später konnte ich kaum eine Stunde spielen, ohne nicht negativ und verbittert zu werden. Verbittert gegenüber den anderen Spielern, den Pokerseiten, einfach gegen alles. Was war mir nur passiert? Ein Spiel das ich so liebte war plötzlich zu einer Tortur geworden. Es kam mir vor wie eine ungeliebte Arbeit. Ich spielte immer noch täglich, aber es war reine Routine, eher wie eine Sucht, als eine Möglichkeit mich aufzuheitern, zu motivieren oder zu verbessern. Letztendlich glaube ich, dass ich meine Lust am Wettbewerb mit einen Bedürfnis nach Geld ausgetauscht hatte. Habgier war zu meiner Hauptmotivation geworden und das Spiel lediglich ein Mittel zum Zweck. Mein Spiel wurde schlechter. Ich spielte roboterhaft, und ohne Respekt für Spiel und Spieler. Ich glaube, dass viele von Ihnen verstehen können wie es mir erging, oder vielleicht sogar gerade ähnliches durchmachen. Während dieser Zeit wurde ich nicht nur nicht besser, ich schien Rückschritte zu machen. Manchmal bekam ich einen Anfall von Motivation, las Pokerbücher, und fing an wieder konzentrierter zu spielen, aber es nützte nichts. Ich wurde immer wieder in die Routine von Gier und Frustration hineingezogen. Es war mein absoluter Tiefpunkt. Ich dachte darüber nach, ganz mit dem Spiel aufzuhören. Aber dann passierte etwas Wunderbares: ich fand meine Leidenschaft für das Spiel wieder.

Etwas später im gleichen Jahr zogen meine Freundin und ich um, und ich hatte nur wenig Zeit zum Spielen. Wenn ich dazu kam, hatte ich zwar die Konzentration, aber ich trug immer noch diese Bitterkeit und Respektlosigkeit mit mir herum. Ich wusste dass mir die Auszeit durch den Umzug geholfen, mich aber nicht geheilt hatte. In der Nähe meines neuen Zuhauses gab es die Möglichkeit Live-Poker zu spielen. Ich hatte zwar auch in der Vergangenheit hier und dort Live-Poker gespielt, sparte mir das meiste allerdings für meine sporadischen Trips nach Las Vegas auf. Ich bin so etwas wie ein Rake-Snob, denn die meisten kleinen und mittleren Kasinos erschienen mir einfach unglaublich gierig und unprofessionell. Es fiel mir schwer mit anzusehen wie sie zum Beispiel ein $5 Hand bei einen niedrigen Limit hinwarfen, wo ich doch wusste, dass ich zu hause auf meiner Couch sitzen und einen Bonus oder Rakeback einheimsen oder Poker im Fernsehen anschauen könnte.

Aber unser neues Zuhause bot gute Spiele und günstige Kompensierung an. So gab es also hohe Hands, Comps, und Freerolls, und ich bemerkte dass ich allmählich dabei war Live-Spielen und Online-Spielen zu mischen. Nach etwa einem Monat wurde mir klar dass die Leute, die ich beim Online-Spiel so unhöflich, ja fast hasserfüllt, behandelt hatte, in Wirklichkeit sehr nette Menschen waren. Wenn ich live spiele ist mein Tilt-Faktor unglaublich niedrig. Ich erkannte die Motivationen der anderen Spieler, und warum sie die Fehler machen, die sie machen. Ich sah dass sie für den Unterhaltungswert spielen, nicht für Profit. Das wirkte sich umgehend auf mein Online-Spiel in der Form von besseren Resultaten aus. Ich hatte meine Konzentration zurück und ich war positiv eingestellt. Ich konnte mir die anderen Spieler besser vorstellen. Die, die entsetzlich schlecht spielten, und auch den netten Typen namens Tim, mit dem ich sechs Stunden lang über Fußball quatschte. Nette Leute, auch wenn sie schlechte Pokerspieler waren. Ich liebte das Spiel wieder und brachte täglich wieder Leidenschaft zum Filz.

Im Abschluß ist dies für mich kein Aufsatz darüber, dass Sie mehr Live-Poker spielen sollten, sondern darüber dass Sie sich immer daran erinnern sollten, dass Ihre Gegner auch einfach nur Menschen sind. Menschen, die Respekt verdienen und die im Zweifelsfall freigesprochen werden sollten. Einige sind dort um Zeit zu verschwenden, andere wegen des Geldes. Aber die meisten spielen, weil es ihnen einfach Spaß macht. Ich habe viel Zeit und Energie mit Negativität verschwendet und damit mir und meinem Spiel geschadet. Fallen Sie nicht in die Bitterkeitsfalle der Routine. Stellen Sie sich drüber. Emotionale Kontrolle zu erhalten ist eine konstante Herausforderung die fast so schwierig wie die des Spieles selbst ist. Vergessen Sie nie dass sie ein besserer Pokerspieler werden, wenn Sie ein besserer Mensch werden. Erhalten Sie sich die Leidenschaft für den Wettkampf, haben Sie Verständnis für das Verhalten und die Motivationen Ihrer Gegner, und respektieren Sie das Spiel. Ich beobachte viel zu viel Respektlosigkeit, besonders bei jüngeren Spielern, nicht nur gegenüber den anderen Spielern, auch gegen das Spiel selbst. Unsere Generation ist zu talentiert und begabt um Mangel an Respekt oder zu wenig Ehrgefühl zu zeigen. Wir sollten ein brillantes Spiel vorlegen – als Hinterlassenschaft für zukünftige Generationen sozusagen. Bis demnächst am Spieltisch! Viel Glück!



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